
Malerei - Filme - Videos
Jürgen Böttcher, der sich als Maler nach Strahwalde, dem Ort seiner Kindheit und Jugend in der Oberlausitz, nennt, war einer der bedeutendsten oppositionellen Maler aus der ehemaligen DDR. Er versammelte in Dresden einen privaten Kreis von Künstlern um sich, Maler wie Ralf Winkler, Peter Herrmann und Peter Graf, die von den DDR-Behörden verfolgt und an Ausstellungen ihrer Arbeiten gehindert wurden. In diesem Kreis wurde er zum künstlerischen „Ziehvater“ des später in den Westen emigrierten Malers A. R. Penck, der sich damals noch Ralf Winkler nannte. Strawalde erwies sich darüber hinaus als eine der seltenen Doppelbegabungen im künstlerischen Bereich, denn er hatte nicht nur als Maler Erfolg, sondern war auch als Regisseur und Dokumentarfilmer wegweisend. Aber auch als Filmemacher geriet er in der ehemaligen DDR ständig in Konflikt mit deren ästhetischen und ideologischen Zensoren, und so wurden viele seiner Filme verboten, manche auch noch vor ihrer Aufführung vernichtet. Vom Vorbild seiner ersten Malversuche, Picasso und den Alten Meistern, hat er sich bald gelöst und einen eigenwilligen, innerlichen und verträumten Stil entwickelt. So lotet er die Ausdrucksmöglichkeiten einer allein aus der Farbe und ihrem reliefartigen Auftrag schöpfenden Malerei aus, um sich im nächsten Anlauf der freien Linearität gestischer Zeichnung zu widmen - scheinbar paradoxe Ansätze, die sich aber nicht selten in einem Gemälde überlagern. Strawalde treibt die Paradoxien auf die Spitze, wenn er mit „freien Zeichen“ Figürliches abbildet, wie in den anspielungsreich „Anna Chron“ genannten Frauenbildern.
Filmvorführung im Rahmen der Ausstellung DIE MAUER >>
Drei Dokumentarfilme im Rahmen der Ausstellung OFENBAUER | SILVESTER | RANGIERER >>
Vernissage: Freitag 14.03.2008 um 18:00 Uhr
Laufzeit: Freitag 14.03.2008 - Sonntag 13.04.2008
Finissage: Sonntag 13.04.2008 um 15:00 Uhr