Der schönste Refrain des Todes ist das Leben.
In dieser Künstleroper wird vom Dichter Heinrich von Kleist erzählt, der 1777 in Frankfurt/ Oder geboren, sich nach intensivem Leben und Dichten gemeinsam mit Henriette Vogel im November 1811 am Kleinen Wannsee zu Berlin erschoss. Kleist, der sich in Gesellschaft nicht zu benehmen wusste und dennoch viele mit seinem direkten Wesen und seinen brillanten Werken gewann, oder zumindest beeindruckte, ließ seinen Gefühlen stets freien Lauf. Er verwandelte Menschen, die ihm begegneten, zwischen Militär und „jeunesse dorée“ der deutschen Romantik, in imaginäre Figuren. Seine politische Hellsichtigkeit ließ ihn die Folgen der französischen Revolution bis in die Kolonien in Übersee hinein begreifen.
Tanja Langer
Welch eine Herausforderung! Heinrich von Kleist, dieser Seele-von-Mensch, ein Gesicht zu geben. Diesem Leidenschaftler zwischen Weltumarmung und Freitodverabredung einen dreidimensionalen Körper zu verleihen; Eine Stimme, die zudem noch singt; Kleists Gestus, seine Mimik, seinen Habitus zu erfinden; Ihn in einen Bühnenraum zu stellen, in grelles Gegenlicht zu tauchen; Ihn in Kontakt zu bringen mit seinen Geschöpfen, reagieren zu sehen auf unsere virtualisierte Welt; Live zuzusehen, wie er auf Bäume klettert, seine Umwelt zu verstehen versucht, eingreift; Wie er unter Blähungen leidet, wie er sich kaputt lacht, wie er sich umbringt; Wie hemmungslos er Dinge ausspricht und wie nah man ihm sich fühlen kann. Das möchte spannend werden.
Bernd Mottl
Musikalische Leitung: GMD Michael Helmrath Regie: Bernd Mottl Bühne: Thomas Gabriel Kostüme: Nicole von Graevenitz Film/ Video fx: Daniel Heinisch Es spielen die Brandenburger Symphoniker Musikalische Assistenz: Thomas Hennig
Mit: Heinrich von Kleist: Thorbjörn Björnsson, Bariton sein Freund, Ernst von Pfuel: Stephan Bootz, Bass Karoline von Günderode/ Penthesilea/ Nonne: Evelyn Krahe, Alt Bettine von Arnim/ Käthchen/ Nonne: Silja Schindler, Sopran Ulrike von Kleist/ Gefängnisaufseher/ Nonne: Nicolas Hariades, Altus Henriette Vogel/ Marquise von O.../ Salondame/ Nonne: Claudia Herr, Mezzosopran Clemens von Brentano/ Hermann: Kai-Uwe Fahnert, Bariton Herr im Salon/ Maler aus Santo Domingo: Mark Coles, Bass Salondame/ Nonne/ Schwester: Helena Köhne, Alt Salondame/ Nonne/ Schwester: Esther Puzak, Sopran Napoleon: Hartmut Kühn, Tenor Herr im Salon: Eloi Prat i Morgades, Tenor vier Brüder: Jens Lauterbach, Tenor; Antonio Badinski, Tenor; Oliver Uden, Tenor; Markus Vollberg ,Bariton
Spielalter der Figuren: 20 - 35 Jahre, bei einigen waltet das Prinzip der Verwandlung realer in imaginäre Figuren Ort und Zeit der Handlung: Europa 1803 bis heute Aufführungsdauer: ca. 3 Stunden inkl. einer Pause
Auszüge aus dem Programmheft finden sie hier >>
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